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Die Selektion nach der 6. Klasse steht regelmässig im Fokus. Wir wissen längst, dass die Heterogenität in Bezug auf die schulische Intelligenz bereits in den Kindergartenklassen enorm ist. Die Selektion nach der 6. Klasse ändert nichts daran. Im Gegenteil: Sie verschärft die Kluft zusätzlich und schadet allen. Jahr für Jahr verlieren bereits entmutigte Jugendliche, die der Sek B zugeteilt werden, vollends die Lust am Lernen. Viele hegen Suizidgedanken. Andere werden von motivierenden, finanziell gut situierten Eltern oft mit Rekursen dahingehend unterstützt, dass sie nach unterschiedlichsten, langen Umwegen doch noch schulisch erfolgreich arbeiten. Das ist einfach unsinnig! Die verfrühte Selektion evoziert viel Leid. Sie ist unnötig. Nicht die Pflichtschule, die Lehrmeister und weiterführende Schulen sollen sie anhand von Probezeiten, am besten ohne Aufnahmeprüfungen, vornehmen. Um der hohen Divergenz der schulischen Leistungen in den kulturtechnisch bedeutsamen Fächern Deutsch und Mathematik gerecht zu werden, braucht es keine so frühe Selektion. Die hohe Divergenz aufheben können wir, wenn wir Lernenden bereits im Kindergarten konsequent, nicht nur innerhalb zeitlich begrenzter Projekte (!), die Freiheit und Verantwortung überlassen, selbst über ihr Lerntempo zu bestimmen. Schon Vierjährigen lieben und können das. Beispiele wie das «Churer Modell» zeigen, dass Schülerinnen und Schüler im durchwegs individualisierten Unterricht motivierter, nachhaltiger und mit nicht nachlassender Freude lernen. Zudem sind Lehrpersonen, Schulumfeld und die ganze Gesellschaft erwiesenermassen entlastet.

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